Nachdem ich die Sessions im Oktober und im Januar als Zuschauer besucht hatte, wollte ich dort gerne auch einmal selbst ein paar Stücke von mir vortragen. Ich hatte Sven dazu schon Ende 2025 kontaktiert, aber die Worpsweder Session ist eine begehrte Institution und so passte es erst im Februar.

Da ich mir nicht sicher war, ob und wieviel vor der Session vorbereitet werden muss, war ich bereits um kurz nach sechs in der Music Hall - viel zu früh, wie sich herausstellen sollte. Zwar bat ich meine Hilfe beim Aufbau an, aber das war kaum notwendig, da eigentlich schon alles vorbereitet war. Nur die Farbeinstellungen der Scheinwerfer konnte ich übernehmen.

Nach einiger Zeit trudelten dann alte Bekannte ein: Willehad, den ich beim Sommerfest "Amen und Aperol" in Hüttenbusch kennengelernt hatte, kam kurz nach mir an und Fritz, mit dem ich zusammen studiert habe, wollte an diesem Abend Bass spielen. Nach und nach trafen immer mehr Musikerinnen und Musiker ein. Die Violinistin Mathilde, die Sängerin Valisoa ("Vali"), die schon in der Januar-Session für wahre Begeisterungsstürme gesorgt hatte und einige Mitglieder der Stammbesetzung (die ich einfach mal die "Session-Band" nenne). Im Backstage-Raum wurde sich dann kurz abgesprochen - eine Probe gab es (wie es immer angekündigt wird) wirklich nicht.

Mit etwas Verspätung eröffnete die Session-Band dann den Abend mit ein paar Stücken. Die Spenden-Gitarre, die an diesen Abenden herumgereicht wurde, sollte für den "Freundeskreis Scheune e.V." bestimmt sein, welcher das "Worpswede Open Air" in diesem Jahr ausrichtet. Das Festival ist laut einigen Aussagen das älteste, ohne Unterbrechung stattfindende Open Air Musikevent in Deutschland und kann dieses Jahr nicht mehr, wie in den letzten Jahren von der Kirchengemeinde Worpswede ausgerichtet und finanziell unterstützt werden. Durch den Zusammenschluss der Gemeinden Grasberg, Worpswede und Hüttenbusch haben sich einige steuerrechtliche Bedingungen geändert, was dies unmöglich macht und so ist der Freundeskreis auf Spenden angewiesen.

Als ersten Block nach der Eröffnung durfte ich zwei meiner Stücke spielen. Ich entschied mich für "Durch Scherben" und "San Diego". Begleitet wurde ich von Fritz am Bass und Sven an Cajon und Percussion. Für einen dritten Song reichte die Zeit leider nicht - das Programm war dieses Mal eng getaktet. Neben Lisa und Sam, die mit der Akustikgitarre einige Songs spielten, und Willehad, welcher mit "Don't worry, be happy" einen Akzent setzte, gab auch der Liedermacher "Clöse"* mit Hut, Gitarre, Mundharmonika und flotten Sprüchen zwei Lieder zum Besten. Gerahmt wurde dies immer wieder von einigen Songs der "Session-Band" (wie ich sie nenne).

Am Ende der Veranstaltung kamen 1000€ Spenden für den "Freundeskreis Scheune e.V." zusammen - ein Rekord, wie es von den Veranstaltern versichert wurde.

Nach dem Ende der Veranstaltung gab es noch ein paar Gespräche im Backstage-Raum bei einem Stück Pizza. Eine spannender Einblick war - neben mit den Fotos der Stars und Sternchen dekorierten Wänden - auch das Backstage-Klo hinter der Bühne - sehr bunt und einizgartig - ich sag mal so: das muss man gesehen haben!

Ebenso bunt war der Abend, den man in so wenigen Worten schlecht zusammenfassen kann, denn so eine Session ist eben nicht nur ein Ort, an dem verschiedene MusikerInnen ihre Stücke präsentieren. Sie ist auch ein Rahmen für Improvisation und gemeinsames Musizieren von Menschen, die dies vorher noch nie zusammen getan haben.

Ein Foto von mir, aus dem Publikum aufgenommen. Man sieht einige Hinterköpfe von Menschen aus dem Publikum