55. Open Air Worpswede
Ohrenblick als Opener für das 55. Open Air auf dem Weyerberg
Am Freitag, den 22. Mai startete das Open Air in Worpswede bei bestem Sonnenschein. Für mich begann der Abend mit zwei Gitarren (Bass und Western) und zwei Instrumentenständern auf dem Fahrrad (fragt besser nicht, wie ich das gemacht habe). In weiser Voraussicht hatte ich bei den Temperaturen und dem Anstieg auf den Kirchberg nicht ein, sondern zwei Ersatz-T-Shirts eingepackt.
Der Platz war schon in der Woche zuvor von den fleißigen Helferinnen und Helfern vorbereitet worden. Neben Lichterketten, Essens- und Getränkeständen war da auch diese für mein Gefühl riesige Bühne. Begrüßt wurde ich von einem Tontechniker, der mich fragte "...und du bist...". "Äh... Carsten..." antwortete ich - nur, um ein "Moin, das meine ich nicht, welches Instrument spielst du?" zu ernten. Ein ungewohntes Gefühl - alles war schon vorbereitet und ich musste nur noch mein Kabel in die richtige Buchse stecken. Gemeinsam haben wir dann noch einen riesigen Bass-Amp auf die Bühne geschoben und den Soundcheck gemacht. Die Jungs von Rauschflut waren noch nicht da und so durften wir das zuerst machen. Der Soundcheck selbst ging ziemlich schnell - toll mit Profis zu arbeiten! Danach dann wieder das Warten. Einlass war um 18 Uhr, die Musik sollte aber erst um 20 Uhr losgehen. Also vertrieben wir uns ein wenig die Zeit damit, die Geschichte hinter dem "Scheunenfest" zu erfahren:
Vor 55 Jahren wurde der Fachwerkteil der Scheune um einen Gebäudeteil erweitert, um mehr Platz für die Jugendarbeit zu bieten. Der Bau wurde von einem Architekten begleitet, aber komplett durch Eigenleistung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer umgesetzt. Die Fertigstellung des Neubaus wurde Pfingsten mit einem großen Fest gefeiert und so fand das erste Scheunenfest statt, in dessen Tradition das heutige Open Air Festival noch immer steht.
Als sich der Platz gegen 19 Uhr langsam füllte, trudelten auch immer mehr bekannte Gesichter ein und so ging die Zeit mit ein paar guten Gesprächen schnell vorbei. Der Anstich des Freibier-Fasses sollte wieder einmal nicht so recht glücken - und dann wurden wir von Axel, der in diesem Jahr das erste Mal die Veranstaltung organisierte, mit warmen Worten angekündigt und auf die Bühne geholt.
Wir starteten mit "Zurück auf Los" und einem Instrumentalstück, um dann in einen etwas ruhigeren Teil überzugehen, in dem wir die Stücke "Soundtrack", "Durch Scherben", "Die gute alte Zeit" und "San Diego" spielten und in dem ich die Gitarre und den Gesang übernommen habe. Zum Abschluss tauschten Olli und ich wieder die Instrumente, so dass der "Falten-Blues" und "Egal" den Abschluss bildeten. Beim letzten Stück sollte dann sogar das Publikum mit einem "Mir doch egaaal!!!" mitsingen.
Da unser gemeinsames Repertoire nach diesen Stücken leider schon am Ende war, das Publikum aber nach einer Zugabe verlangte, spielten wir kurzerhand ein "Knocking on Heaven's Door" und verabschiedeten uns damit vom Publikum.
Auf uns folgte "Rauschflut" - mit einer ganzen Menge eigenem Bühnenequipment und einem Merch-Stand.
Auf jeden Fall war es eine sehr schöne Erfahrung, auf einer großen Bühne, mit professioneller Licht- und Tontechnik zu spielen. Das komplette Kontrastprogramm zum Abend zwei Wochen zuvor, wo alles selbst gemacht werden musste (auch wenn das Scheunen-Team hier im Vorfeld schon sehr viel gemacht hat). Die Zeit auf der Bühne macht auf jeden Fall Lust auf mehr und ich freue mich schon auf Mittsommer.





